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Die Schilddrüse

Die Schilddrüse

Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ, das im Bereich des Kehlkopfs (auch Schildknorpel genannt, daher der Name) liegt. Obwohl man sie meist überhaupt nicht bemerkt, erfüllt sie sehr wichtige Aufgaben in unserem Körper.  

Welche das genau sind und wie empfindlich ihr Regelkreis ist, schauen wir jetzt mal genauer an. 

 

  1. Welche Aufgaben hat die Schilddrüse?

Die Schilddrüse greift in sehr viele Regelkreise des Körpers ein, z.B. in das Herz-Kreislauf-System, die Verdauung, Psyche und Fruchtbarkeit. Gesteuert wird sie aus dem Hypothalamus und der Hypophyse. Das bedeutet, die Regelung kommt direkt aus dem Gehirn. 

Im Hypothalamus wir das TRH (Thyreotropin-Releasing-Hormon) freigesetzt, das ist der Hypophyse zur Ausschüttung von TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) führt. Thyroidea ist der medizinische Fachbegriff für die Schilddrüse. Das TSH steigert die Freisetzung von Schilddrüsenhormonen direkt in der Schilddrüse. Man muss sich das ganze wie ein Schaltkreis oder eine Kettenreaktion vorstellen: Sobald der Dominostein "TRH" umfällt, fällt der Dominostein "TSH" um, der dann wiederum auf die Schilddrüse wirkt: mehr Iod wird aus dem Blut aufgenommen, wodurch aus Thyreoglobulin Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3) herausgelöst wird. Das Thyreoglobulin kann man sich wie einen großen Knäuel vorstellen, in dem T3 und T4 gebunden sind. Die Zahlen 3 und 4 beschreiben einfach, wie viel Jod im Molekül vorhanden ist: Bei T3 sind es 3 Iod-Atome und bei T4 eben 4 Iod-Atome.  

T3 und T4 gelangen dann wiederum zu den Zielzellen im Körper, wo sie unterschiedliche Aufgaben erfüllen: Anregung der Herzfunktion, in der Leber die Förderung des Cholesterinabbaus, Erhöhung des Grundumsatzes, Aktivierung von Proteinen für die Muskelkontraktion etc. 

 

  1. Typische Erkrankungen und ihre Auswirkungen: Was sind Hyperthyreose, Hypothyreose, Morbus Basedow und Hashimoto?

Da die Schilddrüse so wichtig ist, ist es leicht verständlich, dass Schilddrüsenerkrankungen sich in vielen Bereich des Körpers sichtbar machen können.

Eine Hypothyreose entwickeln ca. 1% der Bevölkerung in Deutschland. Typische Symptome sind ein heruntergefahrener Stoffwechsel, der sich vielfältig bemerkbar machen kann: Müdigkeit, trockene Haut, Haarausfall, Obstipation (Verstopfung), Gewichtszunahme, niedriger Blutdruck, Zyklusstörungen, erhöhter Cholesterinspiegel. Aber auch depressive Verstimmungen können als Ursache eine Schilddrüsenunterfunktion haben.

Diagnostisch ist TSH erhöht, weil die Hypophyse das Signal erhält, dass zu wenig T3/T4 vorhanden ist. Also wird TSH aktiviert aber T3/T4 bleibt im Normalbereich, was dazu führt, dass immer mehr TSH produziert wird.

Eine weitere Ursache können produzierte Antikörper gegen Schilddrüsengewebe sein. Dabei handelt es sich um die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoditis, wovon vor allem Frauen betroffen sind.

Es ist sehr wichtig, dass Störungen diagnostiziert und entsprechend behandelt werden. Bei einer Hypothyreose wird klassisch Thyroxin gegeben. Wobei die genaue Einstellung bis zu einem Jahr dauern kann, bis die Schilddrüse wieder im Gleichgewicht ist. Zu beachten ist hierbei, dass dieses Medikament im Mikrogrammbereich gegeben wird. Normalerweise befinden wir uns bei anderen Medikamenten im Milligramm Bereich. Das unterstreicht nochmals, wie empfindlich die Schilddrüse ist.

Wie viele Medikamente wechselwirkt auch L-Thyroxin mit anderen Medikamenten oder Nahrungsmitteln. Daher sollte es immer nüchtern, mindestens 30 min vor dem Frühstück eingenommen werden. Denn es bildet einen Komplex z.B. mit Calcium (enthalten in Milch, Mineralwasser, Nüsse) und wird bei gleichzeitiger Einnahme von Frühstück und Medikament unwirksam. 

Dagegen sind die Symptome einer Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) genau gegenteilig:  

Ein hochgefahrener Stoffwechsel, der mit erhöhter Körpertemperatur und damit vermehrtem Schwitzen, brüchigen Nägeln, Nervosität, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Durchfall, Gewichtsabnahme, Herzrhythmusstörungen oder Hyperglykämie einhergehen kann. Bei unbehandelter Hyperthyreose kann die Hyperglykämie sogar zu einem Diabetes mellitus führen.

Die Autoimmunerkrankung M. Basedow kann ein Grund für eine Überfunktion sein. Dabei werden Antikörper gebildet, die den TSH-Rezeptor stimulieren und somit die Schilddrüse ankurbeln. Das Struma (Kropf) ist ein typisches Symptom, genauso wie "Glupschaugen".

Die hyperthyreotischen Krankheitsbilder werden natürlich nicht mit Schilddrüsenhormonen behandelt, sondern mit Blockern der Schilddrüse (sogenannte Thyreostatika).

 

  1. Was kann ich meiner Schilddrüse Gutes tun? 

Wir haben also schon gesehen, dass die Schilddrüse sehr empfindlich ist und die Diagnose sehr wichtig, um sie entsprechend zu unterstützen.  

Trotzdem gibt es ein paar Dinge, mit denen man der Schilddrüse was Gutes tun kann, wenn sie normal funktioniert.

Basics 

Die Schilddrüse braucht Jod. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt etwa 200 µg täglich. Jodhaltige Nahrungsmittel sind zum Beispiel jodiertes Speisesalz, Fisch, Algen, Feldsalat oder Spinat. Über ein schönes Sushi freut sich also auch die Schilddrüse :)

Für Fortgeschrittene

Selen ist ein wichtiger Bestandteil der Schilddrüse. Es wirkt antioxidativ und schützt den Körper vor freien Radikalen. Diese entstehen in der Schilddrüse bei der Synthese von T3/T4. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt etwa 70 µg täglich einzunehmen. Selenhaltige Nahrungsmittel sind Fleisch, Fisch, Pilze und Nüsse.

Stress stresst natürlich auch die Schilddrüse. Entsprechende Entspannungsübungen wie Meditation oder Yoga können den Geist und dadurch auch den Körper beruhigen und einen positiven Einfluss auf die Schilddrüse haben.

 

  1. Die Schilddrüse und Sport?

Da die Schilddrüse wichtig für den Stoffwechsel ist, der ja beim Sport vermehrt angekurbelt ist, ist es kaum verwunderlich, dass die Schilddrüse die sportliche Leistung beeinflussen kann. Muskelzellen und deren Wachstum sind auch von ihr abhängig und somit die Regenerationsfähigkeit. 

Solange die Schilddrüse nicht optimal eingestellt ist, sollte die sportliche Betätigung mit dem Arzt besprochen werden.

Da die Schilddrüse auch für die mentale Gesundheit wichtig ist (wir haben gesehen, dass eine Hypothyreose zu depressiven Verstimmungen führen kann), hat sie auch Auswirkungen auf die Motivations- und Leistungsfähigkeit. 

Wenn man unsicher ist, ob die Leistungsfähigkeit "normal" ist oder man denkt man rennt gegen einen Berg an, kann es sicher nicht schaden, seine Schilddrüsenfunktion abklären zu lassen. 

 

  1. Fazit

Dieses empfindliche und kleine Organ ist sehr wichtig für den gesamten Organismus. Es ist immer wieder faszinierend, in wie viele verschiedene Bereich die Schilddrüse eingreift und was dadurch alles gestört sein kann oder sich eben in Balance befindet. 

 

 

 

Quellen: 

 

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/taktgeber-fuer-den-stoffwechsel-119849/seite/alle/ 

https://www.aerzteblatt.de/archiv/183181/Schilddruese-und-Diabetes-Interaktion-wird-unterschaetzt 

https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Selen-lindert-Entzuendung-bei-Hashimoto-Thyreoiditis-354135.html 

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-062006/morbus-basedow-und-hashimoto-thyreoiditis/ 

https://sportaerztezeitung.com/rubriken/ernaehrung/3100/schilddruese/ 

Diplomarbeit "Schilddrüse und Leistungssport Funktionsstörungen der Schilddrüse und deren Behandlung im Kontext mit der Leistungsfähigkeit von Sportlern und Sportlerinnen", Heidelis Anna Seebacher  

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